Samstag, 8. Oktober 2016

Handysüchtig?

Glaubt man der Einschätzung von Medien-Experten, so bist du bereits dann handysüchtig, wenn du pro Tag 60 Mal auf dein Display schaust...ja, es zählt auch dann, wenn du nur kurz darauf schielst ;-)

Auch ich gehör(t)e definitiv - und das darf ich nicht abstreiten - zur Kategorie der Handysüchtigen. Meine Freizeit dreht sich häufig um Social Media. Wie du weisst, führe ich diesen Blog hier und betreibe nebenbei noch meinen Youtube-Kanal. Da gehört es einfach dazu, auf Instagram, Facebook und auf anderen Plattformen up-to-date zu sein. Ich liebe es und daran ist nichts Verwechliches zu finden. Beides beeinträchtigt meinen Alltag nicht sonderlich. Sowohl für den Blog als auch für meinen Youtube-Kanal arbeite ich nur an einigen wenigen Abenden unter der Woche.  
Hinzu kommt jedoch noch Whatsapp. Ich bin in einigen Gruppenchats dabei und ich mag den Austausch mit meinen Mitmenschen sehr. Doch in letzter Zeit war ich einfach zu oft online. Wie sagt man so schön? "Alles in Massen" und das war es bei mir definitiv nicht mehr. 

Unzählige Versuche, meinen Medienkonsum zu kontrollieren, scheiterten kläglich: Sogar eine App hatte ich installiert, bei dem das Handy über einige Zeit quasi gesperrt wurde. Nichts half. Immer diese Angst, etwas zu verpassen, auf wichtige Fragen von Kolleginnen nicht antworten zu können und die Neugier auf Neuigkeiten nahmen mich in Beschlag.
Ich möchte keine Mami sein, die andauernd am Handy hängt. Kinder sind ein Spiegel von uns Eltern. Wir müssen selber vorleben, was wir predigen. Kann ich von meinen Kindern später erwarten, dass sie nicht ständig online sein dürfen, wenn ich es selber bin? Wohl kaum.

Als mein Mann und ich sehr kurzfristig die Gelegenheit erhielten, einen 4-tägigen Spontanurlaub im Tirol wahrnehmen zu können, stand mein Entschluss fest: weg mit dem Handy. Ja, ich gebe es zu: 4 Tage sind nicht alle Welt. Wenn du jedoch genau so handyabhängig bist wie ich, weisst du womöglich, was mich dieser Schritt an Überwindung kostete. Mein Mann glaubte nicht daran, dass ich die Challenge schaffen würde. Und genau das hat mich angespornt, es trotzdem zu schaffen... Kaum waren wir über der Schweizer Grenze, stellte ich mein Handy auf Flugmodus und liess diesen tatsächlich ganze vier Tage aktiviert.

Ich war mir sicher, dass dieser Schritt sehr schwierig sein würde. Ganz ehrlich? Nein, war er nicht. Es war eine Befreiung - eine unglaublich grosse Befreiung. Es wurde mir bewusst, in wie vielen Alltagssituationen ich sonst zum Handy griff: Am Morgen im Bett, im Auto, am Abend vor dem Einschlafen und so weiter. Erst während dieses Urlaubs wurde mir bewusst, wie oft ich aus purer Gewohnheit mein Smartphone in Beschlag genommen hatte. Doch nun hatte ich plötzlich viel mehr Zeit: zum Reden, zum Lesen, zum Relaxen. Jetzt, da ich gar nicht mehr online sein konnte, spürte ich kaum Lust, zu erfahren, was in der Medienwelt vor sich ging und es war einfach gut, so wie es war. 

Natürlich wurde ich zuhause von unzähligen Nachrichten überflutet. Aber das spielte in diesem Moment keine Rolle. Ich war stolz, dass ich diese Zeit ohne grosse Probleme "überstand" und ich möchte nicht da weitermachen, wo ich vor den Ferien angelangt war. Wie ich meine neuen Vorsätze umsetzen möchte, weiss ich momentan noch nicht. Aber ich weiss, dass diese vier Tage mir geholfen haben, über meinen Medienkonsum ernsthaft nachzudenken. So werde ich mir in den nächsten Tagen neue Vorsätze vornehmen, wann und wie oft ich an mein Handy gehen werde. Ich bin gespannt, wie sich die ganze Sache entwickeln wird :-)

Hast du auch mal für eine kurze oder lange Zeit auf dein Handy verzichtet? Lass mich doch deine Erfahrungen in den Kommentaren wissen. Falls du es noch nie versucht hast: Probier' es einfach aus und du wirst sehen: Du verpasst nichts und gewinnst sehr viel dazu. Ein Versuch ist es doch wert, oder?

Be blessed




Kommentare :

  1. Hey Michelle
    Mega kuule Versuech, du chasch stolz of dech sii. Das Experimänt wett i au mol mache, foh aber denne wahrschinlech mett zwöii Täg aa...hoffe schaffe öberhaupt die zwöii Täg.
    En liebe Gruess, Moni

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    1. I chas dir nur empfehle. Ich hetti au nie dänkt, dass ich 4 Täg so guet durestoh. Aber wenn s Handy mol abgschalte isch und's eh ke anderi Option git, isches sehr easy. I bi sicher, dass du das au schaffsch. En liebe Gruess zrugg

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  2. Hi Michelle,
    genau den Gedanken hatte ich wegen Levi auch und bin nun dazu übergegangen, mein Handy am Samstag und Sonntags auszuschalten. Morgens schaue ich kurz drauf, dann mache ich es ganz aus, mindestens bis Levi im Bett ist. So bleibt mehr Zeit für die Familie! Klappt nicht immer, aber oft. LG Rabea

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    1. Das klingt sehr vernünftig! Es freut mich, dass du eine Lösung gefunden hast. Liebe Grüsse
      Michelle

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